Alles Lügen! Hetze im Netz und wie man dagegen vorgehen kann

Cambridge Analytics und Trump oder die Tagesschau und der Mord in Freiburg. Je nach Facebook-Blase gab es in den letzten Tagen an den Themen kein Vorbeikommen. Jeder hat zu allem wieder eine Meinung, was nicht schlimm wäre, wenn die Meinungen etwas differenzierter wären. Die Ebene der Sachlichkeit haben wir in den sozialen Netzwerken aber längst aufgegeben, es geht nur noch um Erklärungen, die für einen selbst Sinn ergeben, egal ob links oder rechts. Wie konnte Trump bloß Präsident werden? Big Data! Da haben wir es schwarz auf weiß, endlich! Und warum vertuscht die Tagesschau den Mord an einer Freiburger Studentin durch einen Flüchtling? Lügenpresse! Jetzt ist es amtlich, auch die Achtuhrnachrichten machen mit!

Sicher ist an beidem etwas dran, wobei für mich natürlich etwas mehr an Cambridge Analytics als dem Vorwurf gegenüber der Tagesschau, aber wir leben ja auch jeder in der Blase, die wir uns ausgesucht haben und die eigene Blase hat selbst bei sehr differenziert denkenden Menschen doch eher ein bisschen mehr recht als die Gegenseite.

Hobbymedien wie Stern & Co. werfen sich jetzt auf diese Nachrichten und versuchen sie zu zerpflücken. An der Big Data Geschichte sei nichts dran! Fakt! Haha, alle drauf reingefallen. Endlich trifft es auch mal die schlauen Linken! Und die Tagesschau soll gefälligst über den Mordfall berichten, uns doch egal was ihr Leitlinien sagen. Wir haben darüber berichtet und jetzt müssen es alle anderen auch machen. Der Stern-Redakteur für Unterhaltung(!) Jens Maier schreibt dazu in bester Afd-Manier:

„Der Fall bewegt ganz Deutschland. Doch als am Samstag die Freiburger Polizei im Mordfall Maria L. einen Verdächtigen präsentiert, schweigt die „Tagesschau“ um 20 Uhr dazu. Die Begründung ist absurd – und leistet dem Vorwurf der Lügenpresse Vorschub.“

(http://tinyurl.com/hxxzc6z)

Als kleiner Hinweis an Herrn Maier: Laut meiner Timeline bewegt aber gerade Big Data ganz Deutschland (http://tinyurl.com/zyqpzye). Warum berichtet die Tagesschau nicht darüber? Ganz klar: Die Tagesschau will  uns klein und unwissend halten, um so selbst 2017 Bundeskanzler zu werden. Lügenpresse.

Entscheidender Unterschied bleibt aber, dass bei wir bei Big Data die Möglichkeit haben zu forschen und zu analysieren, was und wie viel an der Sache stimmt. Die Nachricht gefährdet niemanden, sie hilft uns zu verstehen und Schlüsse daraus zu ziehen, ganz gleich ob es nun wirklich an Big Data lag oder nicht. Ob es sich bei der Sache letztendlich auch um sogenannte „Fake-News“ handelt, die jetzt mal „die andere Seite“ getroffen haben, spielt keine Rolle, denn die Sache ist nicht ganz vor der Hand zu weisen. Dass die sozialen Netzwerke mittlerweile eine große Rolle in unserer Entscheidungsfindung spielen, Datenanalyse und –missbrauch mit zu den beherrschenden Themen unserer Zeit geworden sind und wir uns mit dieser Thematik viel zu wenig beschäftigen, steht außer Frage. Ob nun wahr oder nicht, der Artikel lässt uns nachdenken.

Bei der Tagesschau ist die Analyse aber schnell am Ende:

„Die „Tagesschau“ berichte nur „sehr selten über einzelne Kriminalfälle“, erklärte ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke.“

Es gibt keine Systemmedien, niemand versucht hier etwas zu vertuschen, nur weil ich keine Ausländer mag, heißt es nicht, dass die Tagesschau lügt. Fertig.

Die ewigen Vorwürfe von rechts, das Ausschlachten einer jeden solchen Meldung durch die AfD, die Berichterstattung des Sterns in diesem Fall, das sind die Dinge, die Menschen Flüchtlingsheime anzünden lassen, nicht der etwas schwammige Artikel zu Trumps Wahlerfolg. Während ich über Big Data sehr sachlich mit anderen diskutiert habe, ist es bei dem Lügenpressevorwurf fast ausweglos, denn diese Menschen wollen nicht sachlich diskutieren, sie wollen meckern, hetzen und sich Luft machen. Nur die eigene Meinung zählt, alles andere ist irrelevant. Diese Erkenntnis ist nicht neu, die ständigen Vorwürfe von rechts aber weiterhin gefährlich. Cambridge Analytics hin oder her, jene die die Stimmung weiter vergiften und dafür sorgen, dass sich solche Vorwürfe wie gegenüber der Tagesschau weiter verfestigen, sorgen sehr sicher dafür, dass die neue Rechte weiter erstarkt. Da braucht man Big Data erst gar nicht mehr.

Also muss etwas anderes her. Ich wurde auf etwas Aufmerksam gemacht:

Wir finden auf einer rechten Facebookseite, die den ganzen Tag Blödsinn, Lügen und Volksverhetzung postet am 30.10.16 ein Bild von Schulkindern in einer Moschee. Die Bildüberschrift dazu: „Deutsche Kinder beim Schulausflug in eine Moschee. Probebeten zu Allah inklusive.“ (http://tinyurl.com/zgjbn88)

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Was unter den hunderten Kommentaren passiert, kann man sich vorstellen. Darunter viele Fälle von offener Volksverhetzung, die allesamt strafbar sind. Nur reagiert darauf keiner mehr, weil die meisten nicht wissen wie. Mit Argumenten funktioniert es ja bekanntlich nicht mehr. Wer sich aber offen gegen andere hetzt und sich strafbar macht, sollte angezeigt werden. Die Möglichkeit gibt es jetzt auch online, insbesondere für solche Fälle im Internet, anonym und relativ unbürokratisch unter:

www.online-strafanzeige.de

Und jetzt zum wahren Kern der Geschichte, warum diese Seiten so gefährlich sind und warum die Betreiber angezeigt werden müssen. Bei dem Bild der Schulkinder handelt es sich um einen Besuch von niederländischen Kindern in Ghulzar-e-Madina Moschee in Zwolle am 30.10.14 im Rahmen einer Projektarbeit. Nach eigenen Angaben war dieser Besuch völlig zwanglos und es bestand auch keinerlei „Islamunterverwerfungspflicht”, sondern um einen gelassenen Tag, an dem die Kinder einen Einblick in den Glauben nehmen konnten. (http://tinyurl.com/hrq42qy und http://tinyurl.com/j3h82uo)

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Wir müssen diese Hetze eindämmen. Die Leute sind nämlich oft nicht einfach schlecht, wie Renate Künast erst kürzlich aufzeigte, indem sie Menschen unangekündigt besuchte, die sie im Netz auf das grässlichste beschimpften (http://tinyurl.com/hu65bmx). Das Ergebnis war für viele überraschend. Die Leute haben sich nämlich geschämt, als Renate Künast sie mit ihren Kommentaren konfrontierte, als sie ihnen die widerlichen Worte selbst vorlas, als der Familienvater aus gutbürgerlichen Verhältnissen sich bewusst wurde, was er getan hatte. Das passiert oft.

Gegen Big Data sind wir machtlos. Aber nicht gegen solche Hetzseiten. Solche Quellen, wie diese Facebookseite müssen abgeschnitten werden, notfalls mit der gesamten Härte der Justiz, nicht mit Kopfschütteln und Betroffenheit. Dann besteht zumindest die Chance, dass diese neue Enthemmung auch langsam wieder verschwindet. Wir müssen der Enthemmung gegenüberstehen und diesen Leuten unmissverständlich zeigen, dass das was sie da machen, keine freie Meinungsäußerung ist, sondern Straftatbestände unserer Gesetzgebung und wenn sie es nicht kapieren, dann erklärt es ihnen halt der Richter nochmal ganz langsam.

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Sie betreiben Whataboutism, das zieht bei mir nicht! – Rhetorik für Anfänger, Rechtsradikale und Trolle

Heute wieder: Die AfD Hamburg

Was ist passiert?

Ich habe hier einen Fall von Rassismus in Bautzen besprochen. Auszug:

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Das passt der AfD Hamburg aber nicht! Die Reaktion kam prompt via Twitter:

 

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Abgesehen davon, dass das Erbärmlich und sehr traurig ist, besprechen wir trotzdem für alle die es nicht wissen kurz sachlich was die AfD hier macht:

Die AfD betreibt hier Whataboutism.

Whataboutism ist sehr alt. Heute kennt man es insbesondere aus Zeiten des Kalten Krieges, wo die Sowjetunion Kritik an Missständen im eigenen Land mit Gegenfragen abfederte.

Die Rhetorik bediente sich des sogenannten Tu quoque-Arguments (Du auch-Argument):

 „Du solltest mehr Sport treiben!“

„Du treibst doch selbst auch gar keinen Sport!“

Was macht hier also die AfD? Beispiel von Whataboutism:

 (A)merikanischer Präsident: „Ihr Nazis seid böse. Ihr habt die Juden ermordet. Das ist ein Verbrechen und muss bestraft werden!“

(B)öser Nazi: „Wie können die Amerikaner den Nazis die Judenvernichtung vorwerfen, wo sie doch selber die Indianer ausgerottet haben?“

Dieses Argument dient der Abwehr moralischer Angriffe. B wirft dem Gegner A, der einem wegen der Tat X Vorwürfe macht, vor, dass er genau dasselbe getan habe. Das Prinzip: Wer selber X tut, hat kein Recht uns X vorzuwerfen, folglich ist sein Vorwurf damit erledigt, widerlegt, nicht ernst zu nehmen. Stattdessen wird die Behauptung des Gegners zum Anlass genommen, um ihn selbst direkt zu tadeln und somit unabhängig von der speziellen Sachfrage zum Schweigen zu bringen. Das ist Falsch. Wenn man selbst auch etwas Falsches macht, heißt das nicht, dass die kritisierte Tat dadurch weniger falsch wird¹.

Diese ominöse „Verteidigungsstrategie“ dient lediglich dazu, das eigene Fehlverhalten oder das Fehlverhalten des eigenen Lagers kleinzureden. Mit perfiden Gegenfragen wird von den echten Problemen und den eigenen Taten abgelenkt, indem man u.a. die Opfer der anderen Seite dafür missbraucht. Eine sehr beliebte Strategie der AfD.

Wie knacke ich diesen Blödsinn?

Entweder sachlich:

Ja, andere machen auch Fehler, das heißt doch nicht, dass es Ihnen das Recht gibt, genauso zu handeln.

Oder etwas rabiater und eindringlicher:

Pass mal auf Afd Hamburg. Sie betreiben hier Whataboutism. Das ist mega uncool und schwach. Hören Sie auf Nebelkerzen zu werfen, das zieht bei mir nicht. Menschen in Bautzen haben so lange auf Busscheiben mit Flüchtlingskindern gehauen, bis die Kinder im Bus anfingen zu weinen. Das ist falsch. Das ist pervers. Das ist eklig. Es hat nichts mit der Antifa zu tun. AfD Hamburg, hören Sie auf abzulenken, zu verwischen und die Schuld immer bei anderen zu suchen. Auf diese schlechten rhetorischen Spielchen fällt keiner mehr rein. Ich zumindest nicht.

—–

¹Dazu lesenswert und ausführlich:

Prof. Dr. Hubert Schleichert – „Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren: Anleitung zum subversiven Denken“

Ein kurze Anleitung mit Hass umzugehen

Was war passiert?

Die Bundesregierung hatte zum Ramadan gratuliert, daraufhin ergoss sich ein tiefbrauner Shitstorm besorgter Bürger. Ich habe mich in einem Statement auf Facebook über all den Hass beschwert und meiner Meinung nach ziemlich sachlich und ruhig darüber echauffiert, dass Hass und Rassismus zu völlig normalen rhetorischen Mitteln in Diskussionen geworden sind, getreu dem Motto:

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Das Thema ist nicht neu, es darf aber auch nie alt werden. Der Post erreichte eine große Aufmerksamkeit und viel Zustimmung, so dass Bento mich hierzu interviewte. Das Interview wurde auf Bento und Spiegel Online, sowie über deren soziale Kanäle veröffentlich. Was dann passierte, kann man sich in seinen kühnsten Träumen nicht ausmalen. Quatsch. Natürlich kann man das. Es passiert jede Sekunde auf Facebook und Twitter: Hass.

Trotzdem möchte ich von einigen Beispielen auf meiner Seite berichten. Was auf der Facebookseite vom Spiegel Online passiert ist, spare ich aus, da könnte einem der Kopf explodieren.

Andreas Schmersal Nicht jeder kritische Kommentar ist ein hasskommentar. Und nicht jeder kritische Kommentar ist wirr. Was aber stimmt: Sie sind kein Deutscher. Mit unserem Steuerrecht hat das aber nichts zu tun. Sie dürfen in diesem großartigen Land leben, also haben Sie verdammt nochmal die Pflicht Ihre Steuern hier zu bezahlen. Und wenn ihnen das nicht passt: es gibt tägliche Flüge zurück nach Teheran.

Gunnar Witzmann Michel Adollahi““Herr Gauland, vielleicht sollten sie mal mit Dr. Frauke Petry in eine Diktatur fahren und schauen, wie es da wirklich ist.“ Bevor Sie sich über Andere äussern, sollten Sie sich informieren. Sie haben mit 5 Jahren eine Diktatur eher am Rande erlebt. Frauke PETRY (AfD) ist im Gegensatz zu Ihnen in einer Diktatur (DDR) als Christin aufgewachsen. Weniger Arroganz und mehr Information vor dem Denken, würde Ihnen gut stehen. Was ich Ihnen noch sagen will: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ Jetzt können Sie mir die Gründe nennen, weshalb der Islam (welcher ?) zu Deutschland gehört. Ja es gibt sehr viele gut integrierte Muslime, die ihren Glauben privat leben.

Howard Starke Bitte gehen sie in den Iran zurück und stellen sich mit einem Schild auf die Straße “ ich bin Christ was wollen sie mir sagen „10 min. später läuft ein Salafist mit deinem abgeschlagenem Kopf grölend durch die gegend das ist die Wahrheit.Ich bin dafür hier allen Muslime die Rechte einzuräumen die sie den Christen in ihrem Herkunftsland zugestehen .

Florian Thomas Hofmann Ihre Kritik geht an der Sache vorbei. Wenn hier die Bundesregierung kritisiert wird, dann weil sie Muslimen etwas wünscht, was sie Christen nicht gönnt, einen #gesegneten Feiertag, stattdessen gibt es nur #frohe Weihnachten. Das ist ein andere Qualität. Das sind keine „Synonyme“. „Segenswünsche“ sind explizit religiöse Wünsche – anders als „frohe“, „gute“, „schöne“ … Mit dem Segenswunsch drücken die Wünscher bzw. Grüßer aus, daß sie die Religion und die Bedürfnisse des Adressaten ausdrücklich ernst nehmen. Da dies bei christlichen Festen nicht eben so praktiziert wird, muß man davon ausgehen, daß diese den Wünschenden nicht so wichtig sind und weniger ernst genommen werden.

Михаэль Жилдэ Verschwinden Sie und ihre Glaubensbrüder aus unserem Deutschland! Der Islam gehört nicht nach Deutschland und auch nicht nach Europa! Haut ab!!

Meine Seite, meine Regeln. Wer sich nicht daran hält, wird gesperrt. Ich zähle niemanden an, ermahne nicht und gebe auch keine zweite Chance. Rassismus, Gewaltaufrufe und Hass haben bei mir nichts zu suchen und ich setze mich auch mit diesen Leuten nicht auseinander.

Zwei waren besonders hartnäckig. Der erste hat mich so oft in seinen pseudo-wissenschaftlich und wirren Gedanken markiert, so dass Facebook ihn für mich schon als Spam eingestuft hat. Daraufhin habe ich ihn gesperrt. Es folgte ein empörte E-Mail:

Sehr geehrter Herr Michel Abdollahi und ihr Team,

ist schon erbärmlich, wenn man einen Kommentar auf ihrem FB-Profil löschen muss oder in anderer umgangssprache zensiert der weder rassistisch noch hetzerisch war.

Wenn man sich nicht mit kritischen oder negativen Kommentaren, die weder rassistisch noch hetzerisch waren auseinandersetzen will, sollte man sich kein öffentliches Facebookprofil erstellen.

Und nochmal zu meinem Kommentar, wieso wurde der Kommentar von dem einen Herren gelöscht der nur schrieb dass sie juristisch ein deutscher sind oder wie sie es selbst ausgedrückt haben Papierdeutscher sind?

Mein Kommentar auf ihrem FB-Profil der ja diese Frage beinhaltete, wurde ja auch von ihnen oder ihrem Team gleich gelöscht und ich wurde für weitere Kommentare, auf ihrem Profil gesperrt und ich stelle die Frage warum?

Hab wie schon oben erwähnt nix rassistisches oder hetzerisches geschrieben.

Ach ja bekomme ich von ihnen keine Antwort, werde ich mich an den NDR wenden mit dem Screenshoot vom gelöschten Kommentar.

Ein Zwitterwesen. Erst kommentiert er als Mann, wir gesperrt und verwandelt sich dann in eine Frau. Aber ansonsten alles normal.

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Hui, da habe ich jetzt aber richtig Angst. Was wird der NDR wohl machen? Klapps aufn Po? Jetzt war ich vollends sicher: solche Menschen gehören aus dem Verkehr gezogen.

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Kommen wir zum Kern der Sache

Ich werde häufig gefragt, wie soll ich auf solche Menschen reagieren? Hier ein Beispiel:

Kandidat Nummer Zwei wurde ebenfalls gelöscht, nachdem er offenkundig rassistisch wurde, es aber anscheinend selbst gar nicht erkennt. Auch er schreib uns an:

Sehr geehrter Herr Oschatz, sehr geehrter Herr Abdollahi,

Gerade sind meine Beiträge von Herrn Abdollahis Facebook-Seite verschwunden und ich wurde blockiert. Mich würde wirklich interessieren warum? Bin ich so ein schlimmer Finger? Kann ich mit vor dem Hintergrund anderer Kommentare kaum vorstellen.

Respekt und beste Grüße aus Mumbai

Ich habe darauf geantwortet:

Guten Tag,

wir sperren Personen und löschen Kommentare wenn Sie gegen die Netiquette verstoßen. In Ihrem Fall:

“Diskriminierung und Diffamierung anderer Nutzer und sozialer Gruppen aufgrund ihrer Religion, Herkunft, Nationalität, Behinderung, Einkommensverhältnisse, sexuellen Orientierung, ihres Alters oder ihres Geschlechts sind ausdrücklich nicht gestattet.”

Ihr Kommentar verstößt gegen diesen Punkt:

“Die afghanisch-muslimische Kultur zum Beispiel ist sicherlich weniger Wert als die deutsch-westliche Kultur auf christlicher Grundlage.”

Solche Kommentare und Meinungen haben bei uns nichts zu suchen.

Mit freundlichen Grüßen

Michel Abdollahi & Robert Oschatz

Der Mann lässt aber nicht locker und dann passiert etwas, was die neue Rechte, der besorgte Bürger und allerlei andere Frustrierte und Abgehängte gerne machen: Sie denken, dass Sie Argumente vortragen.

Sehr geehrte Herren,

zunächst vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich habe mich zum ersten Mal auf Facebook an solch einer Duskussion beteiligt, und nun bin ich gleich herausgeflogen. Damit muss ich wohl leben. Sie haben das Hausrecht.

Unterschiedlichen Kulturen einen höheren oder niedrigeren Wert zuzubilligen, fällt für Sie unter Diskriminierung und Diffamierung. Dies ist für mich nicht nachvollziehbar.

Ich war oft im Iran und habe mit Iranern darüber diskutiert, inwieweit die islamische Revolution die iranische Kultur zerstört, also ihren Wert gemindert hat. Eine Diskussion, die bei Ihnen nicht erlaubt wäre?

Derzeit wohne ich in Indien. Wir diskutieren hin und wieder darüber, ob und wie der islamische und britische Einfluss Indien und seiner Kultur geschadet hat. Für Sie ist dies nicht diskutabel?

Die Kultur Nazideutschlands war aus meiner Sicht weniger Wert als die Nachkriegskultur der Bundesrepublik. Eine Meinung, die bei Ihnen nicht erlaubt wäre?

Herr Abdollahi, wie gesagt ich war oft im Iran und werde vielleicht, so mein Arbeitgeber sich entsprechend entscheidet, ab August für die nächsten drei Jahre dort arbeiten. Ich habe dort viele Menschen getroffen, mit denen eine offenen Diskussion möglich war und hoffentlich auch in Zukunft möglich sein wird, trotz staatlicher Repression. Sie kann ich im Moment nicht zu diesen Menschen zählen.

Ein linker Anarchist, Noam Chomsky, hat zur Unterdrückung der Redefreiheit eines Holocaustleugners mal folgendes gesagt: „It is a poor service to the memory of the victims of the holocaust to adopt a central doctrine of their murderers.“

Was ist an einer solchen Aussage im Deutschland von heute eigentlich so mutig? Wovor haben Sie Angst? Vor all den Antimodernen, ob autochthon oder allochthon, die Ihren Schritt der Überwindung der alten Dinge nicht gehen wollen und werden?

Ich befürchte, dass all die gesinnungs- und sprachpolizeilichen Maßnahmen in Deutschland, von denen Sie ein Teil zu sein scheinen, grandios nach hinten losgehen werden. Hoffentlich habe ich Unrecht.

Mit freundlichen Grüßen aus Mumbai

Meine abschließende Antwort, die ich mir im Laufe der Jahre aus verschiedenen Antworten und Argumenten anderer zusammengesucht habe, um solche Fälle zu beenden.

Guten Tag,

danke für Ihre E-Mail, die deutlich unterstreicht, dass Sie zu Recht gesperrt worden sind. Es ist völlig indiskutabel, Menschen und ihre Kultur in verschiedene Kategorie einzuteilen. Da spielt es auch herzlich wenig eine Rolle, ob Sie in Indien, dem Iran oder auf dem Mond leben. Dazu können Sie noch zig weitere pseudowissenschaftliche Argumente hervorbringen, es bleibt was es ist, nämlich Rassismus. Wenn Sie es selbst nicht erkennen, dann machen wir das hier für Sie sichtbar. Ihre Taktik nennt sich übrigens Themenhopping: Statt sich damit auseinanderzusetzen, dass Ihre Aussage als rassistisch eingestuft werden könnte, werfen Sie ständig neue Behauptungen in den Raum und vereinen diese mit Ihrer subjektiven Wahrnehmung. So lässt sich nicht mit Ihnen diskutieren.

Auch Begriffe wie “gesinnungs- und sprachpolizeiliche Maßnahmen” entlarven Sie. Ich würde niemals mit Menschen diskutieren, die andere Kulturen als weniger Wertvoll erachten, ich würde Sie vor die Tür setzen. Und da sind wir auch schon beim Punkt:

Den Medien wird in diesem Zusammenhang häufig vorgeworfen, sie würden zensieren und die Meinungsfreiheit behindern. Das stimmt nicht. Das Eingreifen, durch beispielsweise Löschen und Blocken einzelner Kommentare und Personen bei heiklen Themen geschieht zum Schutz aller Nutzer. Das Löschen von Beiträgen, die gegen unsere Netiquette verstoßen, ist keine Zensur – es ist unsere Pflicht. Das in diesem Kontext, insbesondere und ironischerweise von den problemverursachenden Personen eingeforderte „Recht auf freie Meinungsäußerung“ greift hier nicht: Jeder kann zwar, sofern er nicht gegen Gesetze verstößt, frei nach Artikel 5 des Grundgesetzes seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei äußern und verbreiten. Niemand hat allerdings ein Recht darauf, dass seine Meinung überhaupt oder noch dazu in einem bestimmten Medium publiziert wird. Es steht jeder Redaktion frei Kommentare zu veröffentlichen – oder eben nicht. Zum Glück: Sonst wären renitente Minderheiten in der Lage, ganze Medien für ihre Zwecke zu vereinnahmen. Das wäre wirklich eine Katastrophe und würde grandios nach hinten losgehen.

Sie haben jederzeit die Möglichkeit Ihre Meinung in Mumbai aus dem Fenster rauszurufen.

Bitte machen Sie sich nicht die Mühe hierauf zu antworten. Wir werden es weder lesen noch bearbeiten.

Mit freundlichen Grüßen

Michel Abdollahi

Was will uns der Autor damit sagen?

Entlarven gelingt auf der sachlichen Ebene am besten. Es ist zwar mühsam sich mit diesen Menschen auseinanderzusetzen, aber wenn ich selbst fordere, dass man mir argumentativ begegnen soll, dann sollte ich mir zumindest die Mühe machen, es mit diesen Freaks auch zu versuchen, auch wenn ich am Ende immer wieder enttäuscht werde. Ich bin überzeugt die einzige Waffe mit der diese Bewegung einzudämmen ist, sind Argumente und Hartnäckigkeit. Wenn wir nicht weiter deeskalieren, wird die Enthemmung dazu führen, dass immer mehr Brandsätze fliegen.

Es ist wichtig, diese Meinung immer wieder öffentlich zu machen. Wir reden nicht von einigen Fehlgeleiteten und Trollen, sondern von einer flächendeckend schleichenden Akzeptanz in verschiedenen Teilen der Bevölkerung.

Ich bedanke mich bei den abertausenden positiven Kommentaren und Nachrichten, die ich in den letzten Tagen bekommen habe. Das gibt mir den Mut auch weiterhin auf Rassismus, Ablehnung und Diskriminierung, ganz gleich gegen wen, aufmerksam zu machen.

Die Alternative für Deutschland AfD und das Internet

Achtung, es besteht die Möglichkeit, dass einem nach der Lektüre dieses Textes der Kopf explodiert. Ich denke man sollte das lesen, damit möglichst viele Bescheid wissen, mit was für einer Genialität wir es hier zu tun haben.

Was ist passiert?

Im Hamburg war Hafengeburtstag. Als wenn das noch nicht schlimm genug wäre, hat dort auch noch Slime gespielt. Das wiederum ist der AfD Hamburg sauer aufgestoßen.

Wir erinnern uns zurück: Bei der AfD Hamburg ist zwar niemand für Kultur zuständig, aber linke Bands wie Slime und den Kriminello a.k.a Bushido findet man ganz doll BÄH!

Da taucht dann Slime auf dem schönen Hafengeburtstag auf und stachelt die Leute dazu an, böse Sachen gegen die AfD zu sagen.

Fun Fact: Das Video ist gar nicht von Slime, sondern von der Band Swiss & die Anderen.

Das passt der AfD natürlich gar nicht.

Da kommt dann das AfD-Facebookkomitee zusammen und sagt: „Leute, lasst uns darüber bei Facebook berichten!“

Es wird berichtet:

6. Mai, 21:00 Uhr – Ursprungstext

Linksextremistischer Pöbel hetzt gegen die ‪#‎AfD.

Die Band ‪#‎Slime stimmt verunglimpfende Gesänge an, wohl wissend das sie von den anwesenden linken ‪#‎Extremisten vervollständigt werden. Und das alles wird beim 827. ‪#‎Hafengeburtstag vom Senat unterstützt.

Es ist eine politische Instinktlosigkeit sondergleichen, dass die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) einer derartigen Band die Verbreitung ihres verrohten, antidemokratischen Liedgutes auf einer Bühne im Rahmen eines der eindrucksvollsten Feste dieser Stadt gestattet.

Mehr zu den Hintergründen unter: https://afd-fraktion-hamburg.de/…/4065-keine-extremistische…

 

7. Mai, 00:42 Uhr – Erste Sitzung zur Änderung des Textes

Die AfD kommt zu einer ersten Verbesserungssitzung zusammen:

„Alle sicher, dass es sich wirklich um Slime handelte?“

„Nein, keine Ahnung, weiß ich nicht, wer ist Slime, worum geht’s?“ „Wir sind wahre Demokraten, der Text muss geändert werden.“

 

Der Text wird zum ersten Mal geändert:

Aus

„Die Band #Slime

wird:

„Eine linksextreme Band…“.

 

Neuer Text:

Linksextremistischer Pöbel hetzt gegen die #AfD.

Eine linksextreme Band stimmt verunglimpfende Gesänge an, wohl wissend das sie von den anwesenden linken #Extremisten vervollständigt werden. Und das alles wird beim 827. #Hafengeburtstag vom Senat unterstützt.

Es ist eine politische Instinktlosigkeit sondergleichen, dass die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) einer derartigen Band die Verbreitung ihres verrohten, antidemokratischen Liedgutes auf einer Bühne im Rahmen eines der eindrucksvollsten Feste dieser Stadt gestattet.

Mehr zu den Hintergründen unter: https://afd-fraktion-hamburg.de/…/4065-keine-extremistische…

 

8. Mai, 13:54 Uhr – Zweite Sitzung zur Änderung des Textes

Viele AfDler sind wieder nüchtern und begutachten den Text erneut.

„Alle sicher, dass es sich wirklich um linke Extremisten handelte?“

„Nein, keine Ahnung, weiß ich nicht, wer ist Slime, worum geht’s?“

„Wir sind wahre Demokraten, der Text muss geändert werden.“

 

Der Text wird zum zweiten Mal geändert:

Aus:

„…von den anwesenden linken #Extremisten vervollständigt…“

wird:

„…sie von den Anwesenden vervollständigt…“

Die Überschrift verschwindet ganz

 

Neuer Text:

Eine linksextreme Band stimmt verunglimpfende Gesänge an, wohl wissend das sie von den Anwesenden vervollständigt werden. Und das alles wird beim 827. #Hafengeburtstag vom Senat unterstützt.

Es ist eine politische Instinktlosigkeit sondergleichen, dass die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) einer derartigen Band die Verbreitung ihres verrohten, antidemokratischen Liedgutes auf einer Bühne im Rahmen eines der eindrucksvollsten Feste dieser Stadt gestattet.

Mehr zu den Hintergründen unter: https://afd-fraktion-hamburg.de/…/4065-keine-extremistische…

 

8. Mai, 19:04 Uhr – Dritte Sitzung zur Änderung des Textes

Da keiner mit der AfD spricht, sprechen sie mit sich selbst.

„Alle sicher, dass es sich wirklich um nur eine Band handelte? Die sind alle doof!“

„Nein, keine Ahnung, weiß ich nicht, wer ist Slime, worum geht’s?“

„Wir sind wahre Demokraten, der Text muss geändert werden.“

 

Der Text wird zum dritten Mal geändert:

Aus:

„…einer derartigen Band die Verbreitung…“

wird:

„…derartigen Bands die Verbreitung“

 

Neuer Text:

Eine linksextreme Band stimmt verunglimpfende Gesänge an, wohl wissend das sie von den Anwesenden vervollständigt werden. Und das alles wird beim 827. #Hafengeburtstag vom Senat unterstützt.

Es ist eine politische Instinktlosigkeit sondergleichen, dass die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) derartigen Bands die Verbreitung ihres verrohten, antidemokratischen Liedgutes auf einer Bühne im Rahmen eines der eindrucksvollsten Feste dieser Stadt gestattet.

Mehr zu den Hintergründen unter: https://afd-fraktion-hamburg.de/…/4065-keine-extremistische…

 

8. Mai, 19:42 Uhr – Vierte Sitzung zur Änderung des Textes

Feinjustierung.

„Der Text ist nicht stark genung! Wir brauchen einen neuen Passus, damit alle wissen, was wir wollen. Nicht nur die Musiker hassen uns, auch andere! Das muss in den Text! Zudem ist der Link zu lang, das kann sich doch keiner merken! Ich kenn da eine gute Seite, mit der man so was einprägsamer gestalten kann“

„Nein, keine Ahnung, weiß ich nicht, wer ist Slime, worum geht’s?“

„Wir sind wahre Demokraten, der Text muss geändert werden.“

 

Der Text wird zum vierten Mal geändert. Ein ganz neuer Absatz wird hinzugefügt, der alte Link wird verkürzt, einer neuer Link hinzugefügt:

„Eine Vielzahl der Musikgruppen und deren Organisationen findet Erwähnung in den Berichten der Verfassungsschutzbehörden der Länder und der entsprechenden Bundesbehörde.

Mehr dazu unter: http://bit.ly/1s5iOAC

 

Neuer Text:

Eine linksextreme Band stimmt verunglimpfende Gesänge an, wohl wissend das sie von den Anwesenden vervollständigt werden. Und das alles wird beim 827. #Hafengeburtstag vom Senat unterstützt.

Es ist eine politische Instinktlosigkeit sondergleichen, dass die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) derartigen Bands die Verbreitung ihres verrohten, antidemokratischen Liedgutes auf einer Bühne im Rahmen eines der eindrucksvollsten Feste dieser Stadt gestattet.

Mehr zu den Hintergründen unter: http://bit.ly/1T5Giy0

Eine Vielzahl der Musikgruppen und deren Organisationen findet Erwähnung in den Berichten der Verfassungsschutzbehörden der Länder und der entsprechenden Bundesbehörde.

Mehr dazu unter: http://bit.ly/1s5iOAC

 

8. Mai, 19:45 Uhr – Fünfte Sitzung zur Änderung des Textes

In der AfD sitzen einfach zu viele Perfektionisten. Man muss wieder ran an den Text.

„Alle sicher, dass der Link richtig ist?“

„Nein, keine Ahnung, weiß ich nicht, wer ist Slime, worum geht’s?“

„Wir sind wahre Demokraten, der Text muss geändert werden.“

 

Der Text wird zum fünften Mal geändert. Der Link wird, warum auch immer, verändert.

Aus:

Mehr dazu unter: http://bit.ly/1s5iOAC

wird:

Mehr dazu unter: http://bit.ly/1T5GBZC

 

Neuer Text:

Eine linksextreme Band stimmt verunglimpfende Gesänge an, wohl wissend das sie von den Anwesenden vervollständigt werden. Und das alles wird beim 827. #Hafengeburtstag vom Senat unterstützt.

Es ist eine politische Instinktlosigkeit sondergleichen, dass die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) derartigen Bands die Verbreitung ihres verrohten, antidemokratischen Liedgutes auf einer Bühne im Rahmen eines der eindrucksvollsten Feste dieser Stadt gestattet.

Mehr zu den Hintergründen unter: http://bit.ly/1T5Giy0

Eine Vielzahl der Musikgruppen und deren Organisationen findet Erwähnung in den Berichten der Verfassungsschutzbehörden der Länder und der entsprechenden Bundesbehörde.

Mehr dazu unter: http://bit.ly/1T5GBZC

 

8. Mai, 22:55 Uhr – Sechste Sitzung zur Änderung des Textes

Unruhe. Es war doch keine so gute Idee, jedem Zugangsrechte für den Account zu geben.

„Wer hat hier Slime gelöscht?“

„Nein, keine Ahnung, weiß ich nicht, wer ist Slime, worum geht’s?“

„Wir sind wahre Demokraten, der Text muss geändert werden.“

 

Der Text wird zum sechsten Mal geändert:

Aus:

„…derartigen Bands die Verbreitung ihres verrohten“

wird wieder:

„…linksextremen Musikgruppen wie Slime die Verbreitung“

 

Neuer Text:

Eine linksextreme Band stimmt verunglimpfende Gesänge an, wohl wissend das sie von den Anwesenden vervollständigt werden. Und das alles wird beim 827. #Hafengeburtstag vom Senat unterstützt.

Es ist eine politische Instinktlosigkeit sondergleichen, dass die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) linksextremen Musikgruppen wie Slime die Verbreitung ihres verrohten, antidemokratischen Liedgutes auf einer Bühne im Rahmen eines der eindrucksvollsten Feste dieser Stadt gestattet.

Mehr zu den Hintergründen unter: http://bit.ly/1T5Giy0

Eine Vielzahl der Musikgruppen und deren Organisationen findet Erwähnung in den Berichten der Verfassungsschutzbehörden der Länder und der entsprechenden Bundesbehörde.

Mehr dazu unter: http://bit.ly/1T5GBZC

 

9. Mai, 00:44 Uhr – Siebte Sitzung zur Änderung des Textes

Mittlerweile hat man sich im Petersdom eingeschlossen.

„Leute! Warum achtet denn hier niemand auf die Grammatik! Wie war das noch mal mit dem dass und das? Regel Nummer 1: „das“ lässt sich im Gedanken immer durch „dieses, welches oder jenes“ ersetzen, ohne dass der Satz seinen Sinn verliert. Lasst mal nachdenken!

„Nein, keine Ahnung, weiß ich nicht, wer ist Slime, worum geht’s?“

„Wir sind wahre Demokraten, der Text muss geändert werden.“

 

Der Text wird zum siebten Mal geändert:

Aus:

„Eine linksextreme Band stimmt verunglimpfende Gesänge an, wohl wissend das sie von den Anwesenden vervollständigt werden.“

wird endlich grammatikalisch korrekt:

„Eine linksextreme Band stimmt verunglimpfende Gesänge an, wohl wissend, dass sie von den Anwesenden vervollständigt werden.“

 

Neuer Text:

Eine linksextreme Band stimmt verunglimpfende Gesänge an, wohl wissend, dass sie von den Anwesenden vervollständigt werden. Und das alles wird beim 827. #Hafengeburtstag vom Senat unterstützt.

Es ist eine politische Instinktlosigkeit sondergleichen, dass die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) linksextremen Musikgruppen wie Slime die Verbreitung ihres verrohten, antidemokratischen Liedgutes auf einer Bühne im Rahmen eines der eindrucksvollsten Feste dieser Stadt gestattet.

Mehr zu den Hintergründen unter: http://bit.ly/1T5Giy0

Eine Vielzahl der Musikgruppen und deren Organisationen findet Erwähnung in den Berichten der Verfassungsschutzbehörden der Länder und der entsprechenden Bundesbehörde.

Mehr dazu unter: http://bit.ly/1T5GBZC

 

9. Mai, 11:53 Uhr – Achte Sitzung zur Änderung des Textes

Drei Tage später: Es steigt brauner Rauch auf. Habemus Text!

„Leute, das geht so nicht. Der Text ist kacke. Wir machen einen neuen Text und ändern alles. Das merkt keiner. Ist ja vorher auch nicht aufgefallen. Sonst denken die Bürger noch, wir seien aggressive Rassisten. Sind wir auch, darf aber keiner wissen.“

„Nein, keine Ahnung, weiß ich nicht, wer ist Slime, worum geht’s?“

„Wir sind wahre Demokraten, der Text muss geändert werden.“

 

Der Text wird zum achten Mal geändert. Diesmal wird alles gelöscht.

Neuer Text:

Die AfD ist für die Freiheit der Kunst und freie Meinungsäußerung – auch wenn diese gegen uns gerichtet ist, oder uns nicht gefällt. Das war so und wird immer so bleiben.

Doch was wir hier auf dem Hafengeburtstag an künstlerischen Darbietungen gesehen haben, ist merkwürdig: Wir dachten, auf so einem Fest geht es nicht um Hass?

Wir fragen euch: Warum hasst ihr die AfD und nicht etwa die FDP oder die Grünen oder die SPD? Warum nicht etwa Merkels verkorkste Europolitik? Oder Merkels Türkei-Deal, der das Flüchtlingselend kein Deut verbessert?

Wir sind gespannt auf sinnvolle Antworten!

 

9. Mai, 12:12 Uhr –Neunte (und bisher letzte bekannte) Sitzung zur Änderung des Textes

„Wer hat hier meinen Text geändert?“

„Nein, keine Ahnung, weiß ich nicht, wer ist Slime, worum geht’s?“

„Wir sind wahre Demokraten, der Text muss geändert werden“ „So nicht! Da muss wieder mehr Wums rein. Wo ist Slime?“

 

Der Text wird zum neuten Mal geändert:

Aus:

„Doch was wir hier auf dem Hafengeburtstag an künstlerischen Darbietungen gesehen haben, ist merkwürdig: Wir dachten, auf so einem Fest geht es nicht um Hass?“

wird:

„Doch was wir hier auf dem Hafengeburtstag an so manchen künstlerischen Darbietungen gesehen haben, ist merkwürdig: Wir dachten, auf so einem eigentlich friedlichen Fest geht es nicht um Hass?“

 

Neuer Text:

Die AfD ist für die Freiheit der Kunst und freie Meinungsäußerung – auch wenn diese gegen uns gerichtet ist, oder uns nicht gefällt. Das war so und wird immer so bleiben.

Doch was wir hier auf dem Hafengeburtstag an so manchen künstlerischen Darbietungen gesehen haben, ist merkwürdig: Wir dachten, auf so einem eigentlich friedlichen Fest geht es nicht um Hass?

Wir fragen euch: Warum hasst ihr die AfD und nicht etwa die FDP oder die Grünen oder die SPD? Warum nicht etwa Merkels verkorkste Europolitik? Oder Merkels Türkei-Deal, der das Flüchtlingselend kein Deut verbessert?

Wir sind gespannt auf sinnvolle Antworten!

 

Ich bin jetzt gespannt,

  1. wie es mit dem Text weitergeht,
  2. ob Facebook die AfD Hamburg wegen zu häufiger Bearbeitung demnächst sperrt,
  3. wann die aktuelle grammatikalische Grütze behoben wird,
  4. wann die AfD in Hamburg endlich an die Macht kommt, damit wir uns Slime nicht mehr antun müssen und endlich wieder Störkraft auf dem Hafengeburtstag spielt.

 

 

 

Das neue Buch „Theorie und Taxis“ von Sebastian 23

Ein Interview mit Mosche Feigenbaum zum neuen Buch von Sebastian 23 Theorie und Taxis – Auswege aus der Philosophie“  

Heute bei mir zu Gast: 23-Kenner M. Feigenbaum. Herzlich willkommen.

– Vielen Dank

Herr Feigenbaum, keiner kennt die Werke 23s besser als Sie. Ihre momentane Emotion zum neuen Buch?

– Ich schnappatme.

Ist das positiv?

– Wissen Sie, hier geht es nicht darum Ihre sonderbaren Klischees zu bedienen. Ich kenne sie alle. Ich war dabei.

Wobei?

– Das spielt keine Rolle. Nächste Frage.

Das Buch wirft die Frage nach der Wahrheit auf. Was ist Wahrheit? Wie kann man gerecht teilen? Was ist schön?

– Nun, in erster Linie muss ich sagen, dass vieles, was gemeinhin als schön empfunden wird, nicht schön ist. Weder objektiv noch subjektiv. Das meiste ist hässlich wie die Nacht. Und nachts sind alle Atzen grau.

Heißt es nicht Katzen?

– Ich kann Ihnen nicht folgen.

Sprechen wir über was anderes: selten wurde ein Buch von Ihnen in dieser, man möchte schon sagen herzhaften Art gelobt. Bevor es überhaupt erschienen war, befanden Sie sich in einem Zustand der Ekstase.

– Das ist richtig. Und ich weiß worauf Sie hinaus möchten. Aber da muss ich Sie leider enttäuschen. Ich lasse mich von Ihnen nicht in eine dieser berühmten journalistischen Fallen drängen. Dafür habe ich zu viele Filme gesehen, die im journalistischen Milieu spielten. Sie versuchen das Buch schlecht zu reden und das werde ich nicht zulassen.

Aber Herr Feigenbaum! Ich bin sehr angetan von dem Buch, es ist der reinste Genuss, es weckt den Geist, es regt an, in jede Richtung, ich versuche hier gar nichts.

– Doch das machen Sie.

Ich bitte Sie, ganz und gar nicht!

– Ich sehe es ja, ich kann es ja bis hierhin schmecken, Ihr billiges After Shave. Ich ekele mich davor.

Ich bin unparfümiert.

– Ich möchte Ihnen mal etwas sagen. Dieses Buch ist für mich die absolute Kaufempfehlung. Es ist witzig, es wirft fragen auf, es unterhält sich mit mir, und am Ende habe ich eine ganze Menge gelernt, inklusive Philosophenquartett. Geben Sie sich keine Mühe, ich rücke nicht von meiner Position ab. Für mich ist das Interview hiermit auch beendet. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht sagen.

Ich wiederhole mich gerne: ich bin auf Ihrer Seite.

– Vielen Dank.

 

——–

Das Buch finden Sie hier:

http://tinyurl.com/p4e4zah

Mehr über Sebastian 23:

http://www.sebastian23.com

https://www.facebook.com/Sebastian-23/

An den russischen Staatspräsidenten Putin

Bittschreiben an den russischen Staatspräsidenten Putin nach der Annektierung der Krim

Mein sehr lieber Waldimir Wladimirowitsch,

bitte annektiere die Merkel doch gleich mit, dann sind wir das furchtbare Gerudere mit den Armen und die Dreiknopfjacketts endlich los. Das hält doch keiner mehr aus.

Ein Prosit!

Feigenbaum

 

Doppelausstellung Max Sauerlandt

Ein Interview mit Mosche Feigenbaum zur aktuellen Doppelausstellung zu Künstlern der Ära Max Sauerlandt in der Hamburger Sparkasse Großer Burstah

Heute bei mir zu Gast: Haspa-Kenner M. Feigenbaum. Herzlich willkommen.

 – Vielen Dank

Herr Feigenbaum: Keiner kennt die Hamburger Sparkasse besser als Sie. In der Filiale Großer Burstah findet zur Zeit in Zusammenarbeit mit dem Museum für Kunst und Gewerbe eine Doppelausstellung zum Thema Max Sauerlandt statt.

 – Das ist richtig. Es wird gezeigt wie der Sezessionsstil der Nachkriegszeit unter Einfluss der internationalen Avantgarde weitergeführt wird.

Eine Bankfiliale als Ort für große Kunst?

 – Ich finde gerade eine Bankfiliale ist der richtige Ort für große Kunst. Statt furchtbarer Werbung für irgendwelche Investmentprodukt.  

Wie sind Sie auf die Ausstellung aufmerksam geworden?

– Ich kann die Filiale von meinem Fenster aus sehen. Einige Menschen haben grelle Leuchtschrift an den Scheiben angebracht. Ich hatte kurz Angst, dass die Filiale aufgelöst wird. Auch die Sparkassen stecken in der Krise. Ich bin kurz runter um mein Schließfach in Sicherheit zu bringen und stieß auf die Ausstellung mit den bekannten Pusteblumen von Robert Nesch. Die Leuchtschrift war bloß Werbung für die Ausstellung. Toll!

Wurde die Ausstellung angenommen?

 – Ich glaube hier geht es nicht um das Annehmen.

Sondern? Ich weiß, Sie haben dazu eine ganz eigene „Theorie“, die Sie vor Jahren aufgestellt haben.

 – Das ist keine Theorie, das ist die Wahrheit. In der Deutschen Bank-Filiale am Adolphsplatz hängen die Werke von Olaf Metzel, gleich im Treppenhaus über den Bankautomaten.

Und Sie vermuten…

 – Ich vermute es nicht, ich weiß es. Es handelt sich hier um eine innerbänkische Kunstspionage. Stichwort Ideenklau.

Kunstspionage.

 – Richtig, Kunstspionage. Ich sage Ihnen der Filialleiter war kurz in der Deutschen Bank drüben, warum auch immer, hat die Bilder von Metzel gesehen und sich gedacht: Was die können, können wir schon lange. Und jetzt haben sie sich die Pusteblumen von Nesch geholt. Ich glaube es geht hier nicht um die Kunst.

Sie…

 – In dieser Filiale gab es noch nie eine Ausstellung, komisch, dass zwei Tage nachdem der Metzel in der Deutschen hängt, Nesch in die Haspa einzieht.

Ist das denn schlecht?

 – Um Gottes Willen, nein! Mehr Spionage. Kunst für alle! Ich habe meiner Commerzbankfiliale am Jungfernstieg schon einen verdeckten Hinweis gegeben und eine Ausstellung über Chagall vorgeschlagen. Das Gelb in seinen Bildern harmoniert gut mit deren Logo. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht sagen. Vielen Dank.