Doppelausstellung Max Sauerlandt

Ein Interview mit Mosche Feigenbaum zur aktuellen Doppelausstellung zu Künstlern der Ära Max Sauerlandt in der Hamburger Sparkasse Großer Burstah

Heute bei mir zu Gast: Haspa-Kenner M. Feigenbaum. Herzlich willkommen.

 – Vielen Dank

Herr Feigenbaum: Keiner kennt die Hamburger Sparkasse besser als Sie. In der Filiale Großer Burstah findet zur Zeit in Zusammenarbeit mit dem Museum für Kunst und Gewerbe eine Doppelausstellung zum Thema Max Sauerlandt statt.

 – Das ist richtig. Es wird gezeigt wie der Sezessionsstil der Nachkriegszeit unter Einfluss der internationalen Avantgarde weitergeführt wird.

Eine Bankfiliale als Ort für große Kunst?

 – Ich finde gerade eine Bankfiliale ist der richtige Ort für große Kunst. Statt furchtbarer Werbung für irgendwelche Investmentprodukt.  

Wie sind Sie auf die Ausstellung aufmerksam geworden?

– Ich kann die Filiale von meinem Fenster aus sehen. Einige Menschen haben grelle Leuchtschrift an den Scheiben angebracht. Ich hatte kurz Angst, dass die Filiale aufgelöst wird. Auch die Sparkassen stecken in der Krise. Ich bin kurz runter um mein Schließfach in Sicherheit zu bringen und stieß auf die Ausstellung mit den bekannten Pusteblumen von Robert Nesch. Die Leuchtschrift war bloß Werbung für die Ausstellung. Toll!

Wurde die Ausstellung angenommen?

 – Ich glaube hier geht es nicht um das Annehmen.

Sondern? Ich weiß, Sie haben dazu eine ganz eigene „Theorie“, die Sie vor Jahren aufgestellt haben.

 – Das ist keine Theorie, das ist die Wahrheit. In der Deutschen Bank-Filiale am Adolphsplatz hängen die Werke von Olaf Metzel, gleich im Treppenhaus über den Bankautomaten.

Und Sie vermuten…

 – Ich vermute es nicht, ich weiß es. Es handelt sich hier um eine innerbänkische Kunstspionage. Stichwort Ideenklau.

Kunstspionage.

 – Richtig, Kunstspionage. Ich sage Ihnen der Filialleiter war kurz in der Deutschen Bank drüben, warum auch immer, hat die Bilder von Metzel gesehen und sich gedacht: Was die können, können wir schon lange. Und jetzt haben sie sich die Pusteblumen von Nesch geholt. Ich glaube es geht hier nicht um die Kunst.

Sie…

 – In dieser Filiale gab es noch nie eine Ausstellung, komisch, dass zwei Tage nachdem der Metzel in der Deutschen hängt, Nesch in die Haspa einzieht.

Ist das denn schlecht?

 – Um Gottes Willen, nein! Mehr Spionage. Kunst für alle! Ich habe meiner Commerzbankfiliale am Jungfernstieg schon einen verdeckten Hinweis gegeben und eine Ausstellung über Chagall vorgeschlagen. Das Gelb in seinen Bildern harmoniert gut mit deren Logo. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht sagen. Vielen Dank.

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