Das neue Buch „Theorie und Taxis“ von Sebastian 23

Ein Interview mit Mosche Feigenbaum zum neuen Buch von Sebastian 23 Theorie und Taxis – Auswege aus der Philosophie“  

Heute bei mir zu Gast: 23-Kenner M. Feigenbaum. Herzlich willkommen.

– Vielen Dank

Herr Feigenbaum, keiner kennt die Werke 23s besser als Sie. Ihre momentane Emotion zum neuen Buch?

– Ich schnappatme.

Ist das positiv?

– Wissen Sie, hier geht es nicht darum Ihre sonderbaren Klischees zu bedienen. Ich kenne sie alle. Ich war dabei.

Wobei?

– Das spielt keine Rolle. Nächste Frage.

Das Buch wirft die Frage nach der Wahrheit auf. Was ist Wahrheit? Wie kann man gerecht teilen? Was ist schön?

– Nun, in erster Linie muss ich sagen, dass vieles, was gemeinhin als schön empfunden wird, nicht schön ist. Weder objektiv noch subjektiv. Das meiste ist hässlich wie die Nacht. Und nachts sind alle Atzen grau.

Heißt es nicht Katzen?

– Ich kann Ihnen nicht folgen.

Sprechen wir über was anderes: selten wurde ein Buch von Ihnen in dieser, man möchte schon sagen herzhaften Art gelobt. Bevor es überhaupt erschienen war, befanden Sie sich in einem Zustand der Ekstase.

– Das ist richtig. Und ich weiß worauf Sie hinaus möchten. Aber da muss ich Sie leider enttäuschen. Ich lasse mich von Ihnen nicht in eine dieser berühmten journalistischen Fallen drängen. Dafür habe ich zu viele Filme gesehen, die im journalistischen Milieu spielten. Sie versuchen das Buch schlecht zu reden und das werde ich nicht zulassen.

Aber Herr Feigenbaum! Ich bin sehr angetan von dem Buch, es ist der reinste Genuss, es weckt den Geist, es regt an, in jede Richtung, ich versuche hier gar nichts.

– Doch das machen Sie.

Ich bitte Sie, ganz und gar nicht!

– Ich sehe es ja, ich kann es ja bis hierhin schmecken, Ihr billiges After Shave. Ich ekele mich davor.

Ich bin unparfümiert.

– Ich möchte Ihnen mal etwas sagen. Dieses Buch ist für mich die absolute Kaufempfehlung. Es ist witzig, es wirft fragen auf, es unterhält sich mit mir, und am Ende habe ich eine ganze Menge gelernt, inklusive Philosophenquartett. Geben Sie sich keine Mühe, ich rücke nicht von meiner Position ab. Für mich ist das Interview hiermit auch beendet. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht sagen.

Ich wiederhole mich gerne: ich bin auf Ihrer Seite.

– Vielen Dank.

 

——–

Das Buch finden Sie hier:

http://tinyurl.com/p4e4zah

Mehr über Sebastian 23:

http://www.sebastian23.com

https://www.facebook.com/Sebastian-23/

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Doppelausstellung Max Sauerlandt

Ein Interview mit Mosche Feigenbaum zur aktuellen Doppelausstellung zu Künstlern der Ära Max Sauerlandt in der Hamburger Sparkasse Großer Burstah

Heute bei mir zu Gast: Haspa-Kenner M. Feigenbaum. Herzlich willkommen.

 – Vielen Dank

Herr Feigenbaum: Keiner kennt die Hamburger Sparkasse besser als Sie. In der Filiale Großer Burstah findet zur Zeit in Zusammenarbeit mit dem Museum für Kunst und Gewerbe eine Doppelausstellung zum Thema Max Sauerlandt statt.

 – Das ist richtig. Es wird gezeigt wie der Sezessionsstil der Nachkriegszeit unter Einfluss der internationalen Avantgarde weitergeführt wird.

Eine Bankfiliale als Ort für große Kunst?

 – Ich finde gerade eine Bankfiliale ist der richtige Ort für große Kunst. Statt furchtbarer Werbung für irgendwelche Investmentprodukt.  

Wie sind Sie auf die Ausstellung aufmerksam geworden?

– Ich kann die Filiale von meinem Fenster aus sehen. Einige Menschen haben grelle Leuchtschrift an den Scheiben angebracht. Ich hatte kurz Angst, dass die Filiale aufgelöst wird. Auch die Sparkassen stecken in der Krise. Ich bin kurz runter um mein Schließfach in Sicherheit zu bringen und stieß auf die Ausstellung mit den bekannten Pusteblumen von Robert Nesch. Die Leuchtschrift war bloß Werbung für die Ausstellung. Toll!

Wurde die Ausstellung angenommen?

 – Ich glaube hier geht es nicht um das Annehmen.

Sondern? Ich weiß, Sie haben dazu eine ganz eigene „Theorie“, die Sie vor Jahren aufgestellt haben.

 – Das ist keine Theorie, das ist die Wahrheit. In der Deutschen Bank-Filiale am Adolphsplatz hängen die Werke von Olaf Metzel, gleich im Treppenhaus über den Bankautomaten.

Und Sie vermuten…

 – Ich vermute es nicht, ich weiß es. Es handelt sich hier um eine innerbänkische Kunstspionage. Stichwort Ideenklau.

Kunstspionage.

 – Richtig, Kunstspionage. Ich sage Ihnen der Filialleiter war kurz in der Deutschen Bank drüben, warum auch immer, hat die Bilder von Metzel gesehen und sich gedacht: Was die können, können wir schon lange. Und jetzt haben sie sich die Pusteblumen von Nesch geholt. Ich glaube es geht hier nicht um die Kunst.

Sie…

 – In dieser Filiale gab es noch nie eine Ausstellung, komisch, dass zwei Tage nachdem der Metzel in der Deutschen hängt, Nesch in die Haspa einzieht.

Ist das denn schlecht?

 – Um Gottes Willen, nein! Mehr Spionage. Kunst für alle! Ich habe meiner Commerzbankfiliale am Jungfernstieg schon einen verdeckten Hinweis gegeben und eine Ausstellung über Chagall vorgeschlagen. Das Gelb in seinen Bildern harmoniert gut mit deren Logo. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht sagen. Vielen Dank.

Monuments Men

Ein Interview mit Mosche Feigenbaum zu George Clooneys aktuellem Blockbuster Monuments Men

Heute bei mir zu Gast Clooney-Kenner M. Feigenbaum. Herzlich willkommen.

– Vielen Dank.

Der neue George-Clooney-Film Monuments Men basiert auf einem Buch von Robert Edsel. Herr Feigenbaum inwieweit gibt es Ihrer Meinung nach Abweichungen bei der Verfilmung?

– Ich höre zum ersten Mal von diesem Buch.

Andere Frage: Der Film mag etwas exotisch daher kommen. Sogenannte Kunstschutzoffiziere sollen im Zweiten Weltkrieg das tun, was ihr Name schon sagt: Kunst vor den Nazis beschützen.

– Richtig! Ein äußerst spannendes Thema! Es zeigt uns, wie wichtig Kunst generell für die Menschheit selbst in absoluten Extremsituationen ist. Ein Gemälde ist nie nur ein Gemälde, es ist so viel mehr als das. Es ist alles! Unser Erbe. Das muss geschützt werden.

Kommt genau das, trotz all des Pathos, im Film rüber?

– Das möchte ich nicht einschätzen.

Ich stelle die Frage anders: George Clooney, John Goodman, Bill Murray, Matt Damon, Hollywood…

– John Goodman? Der Dicke? Spielt der überhaupt mit? Ist der nicht Anfang der 90er gestorben?

Sie meinen John Candy

– Ja richtig, John Candy. Ein großer Verlust, toller Schauspieler. Richtig. Candy. Der war auch dick.

Noch mal zurück zum Film: Es hieß „Clooney ruft, alle kommen“ – es wimmelt nur so von Stars. Sie als Clooney-Kenner: Ist das typisch Clooney?

– Ich bitte Sie. Was ist heutzutage noch typisch? So was kann man nicht einschätzen, ich kenne den Mann ja nicht persönlich.

Der Film ist unglaublich aktuell, meinen sie Clooney hat den Zeitpunkt bewusst gewählt?

– Wo ist der Zweite Weltkrieg denn bitte aktuell? Ich finde den Film absolut nicht aktuell.

Nicht der Weltkrieg. Der Schwabinger Kunstfund! Beutekunst, entartet, Nazis! Stichwort Cornelius Gurlitt!

– Was ist denn mit dem Gurlitt, wo ist der denn überhaupt? Wann haben Sie denn das letzte Mal von dem was gehört?

Bitte? Gerade letzte Woche hat das Bayrische Kultusministerium Fehler in der Sache eingeräumt.

– Ach, ich bitte Sie. Die Sache ist doch tot. Seitdem ist die Kanzlerin gestürzt, die Ukraine auch, aber anders, Sotchi ist vorbei, Weihnachten, Syrienkonflikt, Internet. Gurlitt! Das ist mittlerweile so unaktuell. Da ist der Zweite Weltkrieg aktueller.

Haben sie eine Lieblingsszene im Film?

– Nein.

Herr Feigenbaum, es verhärtet sich  hier der Eindruck, als hätten Sie den Film überhaupt nicht gesehen.

– Nun, ich habe heute in der Früh einen Artikel in der Bild-Zeitung darüber gelesen. Dort stand der Film sei nur so mittelgut. Und von John Goodman war gar nicht die Rede.

…achso, war gar nicht die Rede.

– Nein. – Ich möchte mich zu der Sache auch nicht weiter äußern. Vielen Dank.